Grat

Das Leben hat sein Gleichgewicht.
Rechts ist das Glück, links dafür nicht.

Ein Grat ganz oben nah zur Sonne,
trennt so das Miese von der Wonne.

Auf diesem Bergkamm sollst Du wandeln.
Die Disziplin bestimmt Dein Handeln.

Falls Du nach links rutscht, tut’s meist weh.
Dein Fuß reißt sich in harschem Schnee.

Nach Rechts hüpfst Du erschreckt ein Stück.
Der Stein ist warm, bringt Glück zurück.

Schnell denkst Du, „Weshalb immer weiter?“.
Ins Glück zu rutschen, scheint gescheiter.

Du setzt Dich hin und läßt Dich fallen.
Tatsächlich wird Dich Glück umlallen.

Der Weg nach unten dauert lange.
Denn auf dem Grat war Dir nie bange.

Ganz unten ist das Glück dann weg.
Entsetzt verspürst Du Deinen Schreck.

Der Berg hat sich ganz schnell gedreht.
Links scheint jetzt da wo Rechts drauf steht.

© German 12/06

 

© Norbert German Howainski 2005-2008 | Sponsored and Powered by AAC | aktualisiert am 16.06.2008
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